Isle of Wight, Ventnor 5 Schlafplätze, 3 Schlafzimmer, 5.0 (2)
Ventnor ist eine charmante viktorianische Küstenstadt an der Südostküste der Isle of Wight in England, etwa 11 Meilen von Newport entfernt. Auf steilen Hängen erbaut, die direkt zum Meer abfallen, liegt dieser besondere Ort unterhalb von St. Boniface Down, dem höchsten Punkt der Insel. Was Ventnor wirklich einzigartig macht, ist sein besonderes Mikroklima: Die Südausrichtung zum Ärmelkanal und der Schutz vor kalten Nordwinden sorgen für Bedingungen, die eher an das Mittelmeer als an das britische Festland erinnern. Das bedeutet mehr Sonnentage, weniger Frost und das Gedeihen subtropischer Pflanzen wie sonst nirgendwo im UK.
Nur fünf Meilen von Ventnor entfernt, bei Niton Undercliffe, steht St. Catherine’s Lighthouse, einer der ältesten Leuchtturmstandorte in Großbritannien. Seine Geschichte beginnt im Jahr 1323, als Walter de Godeton nach dem Kentern eines Weinschiffs ein Feuer auf St. Catherine’s Down errichtete. Die Kirche drohte ihm mit Exkommunikation, falls er keinen Leuchtturm baute. So entstand das erste Leuchtfeuer als Teil des St. Catherine’s Oratory. Der achteckige Steinturm dieses mittelalterlichen Leuchtturms steht noch heute auf dem Hügel westlich von Niton und wird vor Ort liebevoll „Pepperpot“ genannt. Er ist der einzige erhaltene mittelalterliche Leuchtturm Großbritanniens und der zweitälteste nach dem römischen Leuchtturm von Dover.
Der heutige Leuchtturm wurde 1838 von Trinity House als 40 Meter hoher Steinturm errichtet, nachdem das Segelschiff Clarendon 1836 in der Nähe an den Felsen zerschellt war. Die Clarendon transportierte eine exotische Ladung aus Rum, Kokosnüssen und Schildkröten, als sie bei Sturmstärke am Fuß von Blackgang Chine auflief. 23 Menschen kamen dabei ums Leben. 1888 gehörte der Leuchtturm zu den ersten weltweit, die mit Elektrizität betrieben wurden, dank installierter Kohlebogenlampen. Bei der Einweihung galt er als „das stärkste elektrische Licht der Welt“.
1875 wurde der Turm um 13 Meter gekürzt, da die Laterne häufig im Nebel lag. Bis 1932 zeigten sich am Nebelsignalhaus nahe der Klippenkante schwere Risse durch Erosion, weshalb ein kleinerer Turm als Anbau errichtet wurde. Die Einheimischen nennen die beiden Türme liebevoll „die Kuh und das Kalb“. 1997 wurde der Leuchtturm automatisiert, die Wärter verließen ihn am 30. Juli.
Ein besonders tragisches Kapitel ereignete sich im Zweiten Weltkrieg. Am 1. Juni 1943 zerstörte ein Bombenangriff das Maschinenhaus und tötete die drei diensthabenden Wärter R.T. Grenfell, C. Tomkins und W.E. Jones. Sie sind auf dem Friedhof des Dorfes Niton begraben. Eine Gedenktafel im Erdgeschoss des Hauptturms erinnert an sie.
Ein Aufenthalt in einem Leuchtturm nahe Ventnor bietet dir ein außergewöhnliches Urlaubserlebnis, das maritime Geschichte mit beeindruckender Natur verbindet. Die Umgebung von St. Catherine’s Point zählt zu den wildesten und schönsten Gegenden der Isle of Wight, mit abwechslungsreichen Landschaften, dramatischen Küstenblicken und starken Strömungen rund um die felsige Küste. In einem Leuchtturm zu wohnen heißt, mitten in diesem besonderen Zusammenspiel aus Geschichte und Natur zu sein.
Noch bemerkenswerter wird die Gegend durch ihre Rolle in der Geschichte der Kommunikation. 1900 verlegte Guglielmo Marconi seine Funkexperimente nach Knowles Farm am St. Catherine’s Point, dem südlichsten Punkt der Isle of Wight. Heimlich arbeitend in Niton entwickelte er dort seine erste selektiv abgestimmte Sendeanlage und löste damit das Problem der Funkabstimmung. Im Januar 1901 übertrug er Funksignale über die Rekorddistanz von 186 Meilen von Knowles Farm zur Lizard Wireless Station in Cornwall. Ein Gedenkstein auf Knowles Farm markiert diesen Ort, an dem die moderne Funktechnik geboren wurde.
Viele Besucher kennen Ventnor wegen seines viktorianischen Charmes und des sonnigen Strandes. Doch Stadt und Umgebung halten noch viele Überraschungen bereit:
Wenn du in der Region Ventnor übernachtest, lohnen sich auch diese weniger bekannten Aktivitäten:
Ventnors besonderes Klima lockte über die Jahrhunderte viele bekannte Persönlichkeiten an. In viktorianischer Zeit pries Sir James Clark, der Leibarzt von Königin Victoria, die gesundheitsfördernde Wirkung des Klimas und erklärte, dass „nichts an der Südküste damit vergleichbar ist“. Die Stadt wurde als „Mayfair am Meer“ bekannt, da wohlhabende Londoner hier Urlaub machten. Karl Marx, Sir Winston Churchill und Mahatma Gandhi gehörten zu den berühmten Gästen. Königin Victoria selbst besuchte Blackgang Chine im Jahr 1853.
Ventnor erreichst du über mehrere Fährverbindungen von Englands Festland zur Isle of Wight. Von den Fähren in East Cowes oder Fishbourne fährst du über Newport nach Shanklin und weiter nach Ventnor. Von der Fähre in Yarmouth nimmst du die landschaftlich schöne Küstenstraße A3055. Busse von Southern Vectis verbinden Ventnor mit anderen Orten der Insel wie Ryde, Newport, Sandown und Shanklin. Der saisonale Island Coaster bietet dabei besonders spektakuläre Ausblicke auf Landschaft und Küste.
Buche jetzt einen Leuchtturm und tauche ein in einen Ort, an dem mittelalterliche Leuchtfeuer, viktorianische Kurorte und bahnbrechende Funkexperimente ihre Spuren hinterlassen haben. Die Gegend rund um Ventnor und St. Catherine’s Point bietet etwas Seltenes: die Möglichkeit, an einem Ort zu wohnen, der seit sieben Jahrhunderten für Seefahrer von Bedeutung ist, umgeben von einer Natur, die sich eher mediterran als britisch anfühlt. Ob du den Lichtstrahl des Leuchtturms beobachtest, auf Küstenpfaden über dramatischen Klippen wanderst oder einfach die Sonne in Englands sonnigster Ecke genießt, ein Leuchtturmaufenthalt bei Ventnor schafft Erinnerungen, die weit über die Heimreise hinaus bleiben.