Stell dir vor, du wachst mit dem Rauschen der Wellen auf, während ein Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert über deinen Küstenurlaub wacht. Genau dieses besondere Gefühl bietet Hollum, ganz im Westen von Ameland in den Niederlanden. Dieses charmante Dorf auf einer der niederländischen Watteninseln verbindet maritimes Erbe, beeindruckende Natur und eine wohltuende Abgeschiedenheit, die sich weit weg vom Alltag anfühlt.
Hollum ist das größte und bevölkerungsreichste Dorf auf Ameland und liegt bei 53,44°N, 5,64°E in der Provinz Friesland. Die Insel ist etwa 24 Kilometer lang und bis zu 5 Kilometer breit und liegt zwischen Terschelling im Westen und Schiermonnikoog im Osten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Hollum im Jahr 1485, der Name bedeutet vermutlich „Siedlung auf einem Hügel oder einer Insel“. Rund 1.165 Einwohner sorgen für eine familiäre Atmosphäre, in der sich Besucher sofort willkommen fühlen.
Die meisten Reisenden erreichen Ameland mit der Fähre ab Holwerd auf dem friesischen Festland. Die Überfahrt dauert je nach Verbindung zwischen 20 und 50 Minuten. Wer es besonders mag, kann auch über den kleinen Flughafen bei Ballum anreisen.
Der Leuchtturm von Ameland ist das beeindruckendste Wahrzeichen des Dorfs. Der rot-weiß gestreifte Turm ragt 55 Meter über die Dünen hinaus. Er wurde 1880 erbaut und am 10. Mai 1881 erstmals in Betrieb genommen. In Auftrag gegeben wurde er von König Willem III. und entworfen vom bekannten Architekten Quirinus Harder, der leider noch vor der Fertigstellung verstarb. Die einzelnen Gusseisen-Elemente wurden in der Gießerei Nering Bögel in Deventer gefertigt und anschließend auf Ameland montiert.
Interessant ist, dass der Leuchtturm von Ameland keinen offiziellen Namen hat. Die Einheimischen nennen ihn einfach „der Leuchtturm“. Oft wird er fälschlich „Bornrif“ genannt, was eigentlich der Name einer Sandbank zwischen Ameland und Terschelling ist. Damit ist er eine Ausnahme unter den niederländischen Leuchttürmen, da viele andere wie der Brandaris oder Lange Jaap eigene Namen tragen.
Der Turm hat 15 Etagen und 236 Stufen bis zur Spitze. Bis 2005 diente er als offizielles Seezeichen und Küstenwachstation. Seit 2004 gehört er der Gemeinde Ameland und wurde zu einem Museum und Besucherziel umgebaut. Die ehemaligen Räume des Leuchtturmwärters beherbergen heute Ausstellungen zur Baugeschichte, zur Seefahrtssicherheit und digitale Geschichten früherer Wärter.
Besonders ist, dass dies der einzige Leuchtturm der niederländischen Watteninseln ist, den man besteigen kann. Wer die 236 Stufen schafft, wird mit einem weiten Blick über die ganze Insel, das Wattenmeer und bei klarem Wetter sogar bis nach Terschelling und Schiermonnikoog belohnt.
Hollum liegt am Rand des Wattenmeers, das seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Es ist das größte zusammenhängende Gezeitengebiet der Welt und erstreckt sich über rund 500 Kilometer Küste in DK, DE und NL. Das Wattenmeer ist extrem artenreich: Etwa 2.300 Pflanzen- und Tierarten leben in den Salzwiesen und weitere 2.700 im Meer. Für Zugvögel ist es ein unverzichtbarer Rast-, Mauser- und Überwinterungsplatz mit einer der höchsten biologischen Produktivitäten weltweit.
Die Watteninseln, inklusive Ameland, gehören zu den dunkelsten Orten der Niederlande. Lichtverschmutzung ist hier minimal, sodass du die Milchstraße oft mit bloßem Auge sehen kannst. Auch rund um Hollum findest du beeindruckende Sternenhimmel. Es gibt sogar organisierte Dark-Sky-Events, bei denen Astronomen dich mit Teleskopen und Dünenwanderungen durch den Nachthimmel führen.
In den historischen Straßen von Hollum, vor allem in der Burelaan und Oosterlaan, stehen wunderschön erhaltene Kapitänshäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie entstanden zwischen 1650 und 1800 zur Blütezeit des Walfangs. Typisch sind die dekorativen Gesimse, die sogenannten „Muizetandjes“, die den sozialen Status der früheren Bewohner zeigten. Insgesamt gibt es im Dorf 53 nationale Denkmäler.
Ameland strahlt Ruhe und Gelassenheit aus und lädt dich ein, einen Gang runterzuschalten. Die Distanz zum Festland, breite Strände und sanfte Dünen schaffen ideale Bedingungen zum Entspannen. Egal ob romantischer Kurztrip, Familienurlaub oder Zeit für dich allein, die Insel passt sich dir an.
Die Dünen bei Hollum, besonders entlang des Wegs „De Klonjes“, verbinden Kunstinstallationen mit schöner Landschaft. Der Kiefernwald Hollumerbosch lädt zu Spaziergängen und Radtouren ein. Vogelbeobachter sollten das Naturschutzgebiet ’t Oerd im Osten der Insel besuchen, mit Salzwiesen, Dünen und Arten wie Rohrweihen und Löfflern.
Ameland erreichst du per Fähre ab Holwerd. Die normale Fähre braucht etwa 50 Minuten, der Schnellboot-Service rund 20 Minuten. Busse verbinden den Hafen mit Hollum und den anderen Dörfern. Alternativ kannst du mit kleinen Flugzeugen am Flughafen Ameland bei Ballum landen.
Am besten erkundest du die Insel mit dem Fahrrad oder E-Scooter. Es gibt viele Verleihe und das flache Gelände ist für jedes Alter geeignet. Busse fahren ebenfalls regelmäßig zwischen den vier Dörfern.
Jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Im Sommer locken Strand und Outdoor-Aktivitäten. Frühling und Herbst sind ideal für ruhige Naturerlebnisse und Tierbeobachtungen. Im November findet der „Kunstmaand Ameland“ statt. Selbst der Winter hat Charme, mit Stürmen, Ruhe und dem Neujahrsschwimmen am Strand von Hollum.
In einem Leuchtturm in Hollum zu übernachten heißt, Teil der Geschichte, Natur und Tradition der Insel zu werden. Du wachst mit Blick auf das Wattenmeer auf, erkundest Landschaften, die über Jahrtausende von Wind und Gezeiten geformt wurden, und verstehst, warum dieser Ort seit Generationen fasziniert.
Buche jetzt einen Leuchtturm und erlebe den Zauber von Hollum selbst. Ob Abenteuer im Watt, Ruhe an leeren Stränden oder einfach Schiffe unter einem historischen Leuchtfeuer beobachten, Ameland sorgt für eine Auszeit, die du nicht vergisst.